ISO-Toleranz- & Passungsrechner
Schlagen Sie eine ISO-286-Toleranz oder -Passung nach, ohne das Tabellenbuch aufzuschlagen. Geben Sie eine Größe ein, wählen Sie eine Bohrungs- und Wellenklasse (oder eine gängige Passung wie H7/g6) und erhalten Sie die exakten Grenzmaße und die Passungsart.
Wie ISO-Passungen und -Toleranzen funktionieren
ISO 286 ist das internationale System für Passungen und Toleranzen. Ein Kürzel wie H7 oder g6 gibt an, wie weit eine Bohrung oder Welle von ihrem Nennmaß abweichen darf: Der Buchstabe legt fest, wo das Toleranzband liegt (Großbuchstabe für Bohrungen, Kleinbuchstabe für Wellen), und die Zahl — eine IT-Klasse — legt fest, wie breit es ist. Kombinieren Sie eine Bohrung mit einer Welle, etwa H7/g6, und Sie erhalten eine Passung: wie locker oder fest die beiden zusammenpassen. Dieses Tool liefert Ihnen die exakten Ober- und Untermaße in Millimetern und sagt Ihnen, ob das Ergebnis eine Spiel-, Übergangs- oder Presspassung ist. Die Werte sind die offiziellen ISO-286-Werte für Größen bis 120 mm — die Zahlen, die Sie sonst in einem Toleranz-Tabellenbuch nachschlagen müssten.
Was bedeuten der Buchstabe und die Zahl?
Der Buchstabe legt die Lage der Toleranzzone relativ zum Nennmaß fest — ein Großbuchstabe für eine Bohrung, ein Kleinbuchstabe für eine Welle (H und h liegen genau auf dem Nennmaß). Die Zahl ist die IT-Klasse, die die Breite der Zone festlegt: eine kleinere Zahl bedeutet eine engere Toleranz. H7 ist also eine Bohrung auf dem Nennmaß mit einer Streuung der Klasse 7; g6 ist eine Welle knapp unter dem Nennmaß mit einer etwas engeren Streuung der Klasse 6.
Spiel, Übergang, Presssitz — was ist der Unterschied?
Eine Spielpassung lässt immer einen Spalt, sodass sich die Welle frei dreht oder gleitet. Eine Presspassung ist immer fest — die Welle ist etwas größer als die Bohrung und muss eingepresst oder eingeschrumpft werden. Eine Übergangspassung liegt dazwischen: Je nachdem, wo jedes Teil innerhalb seiner Toleranz landet, kann das Ergebnis leicht locker oder leicht fest sein — passend für eine genaue Positionierung, die Sie dennoch von Hand montieren möchten.
Warum ist die Bohrung meist H (wie bei H7/g6)?
Das nennt man das Einheitsbohrungssystem. Bohrungen lassen sich schwerer und teurer auf Maß bringen als Wellen, daher wird die Bohrung als Standard beibehalten (H, genau auf dem Nennmaß) und die Passung wird über die Welle gewählt. Deshalb verwenden die allermeisten Zeichnungen ein H-irgendwas für die Bohrung und ändern den Wellenbuchstaben, um die gewünschte Passung zu erhalten.
Welche Größen und Klassen sind abgedeckt?
Nennmaße bis 120 mm, was die meisten Zerspanungsarbeiten abdeckt, sowie die gängigen Bohrungs- und Wellenklassen (H6–H11 und Wellen von e bis s). ISO 286 definiert auch größere Größen und exotischere Klassen; dieses Tool konzentriert sich auf die, zu denen Sie im Alltag tatsächlich greifen.
Sind die Werte exakt?
Ja. Es sind die offiziell veröffentlichten ISO-286-Abmaße, keine Näherungswerte aus einer Formel — Formeln runden auf ein paar Mikrometer ab, und das ist bei einer Toleranz relevant. Jede Klasse in diesem Tool wurde gegen ein Referenz-Tabellenbuch abgeglichen.
Dieser Rechner gibt Ihnen einen Ausgangspunkt — prüfen Sie ihn immer gegen die tatsächlichen Grenzwerte Ihrer Maschine und die Angaben des Werkzeugherstellers. Beginnen Sie mit einem leichten Testschnitt und tasten Sie sich dann schrittweise an den optimalen Punkt heran: ruhiger Lauf, keine Vibration, kein Rattern. Spannen Sie Ihr Werkstück sicher ein und tragen Sie die passende Schutzausrüstung — Schutzbrille, Gehörschutz, für das Material geeignete Handschuhe und Kleidung, die sich nicht in beweglichen Teilen verfangen kann.
