Kernlochtabelle für Gewinde
Finden Sie die richtige Bohrungsgröße, bevor Sie ein Gewinde schneiden — für metrisch (grob und fein), UNC und UNF. Wählen Sie eine Gewindereihe oder suchen Sie eine Größe; jeder Wert wird in Millimetern und Zoll angezeigt.
Wie die Kernlochgröße ermittelt wird
Bevor Sie ein Innengewinde schneiden, bohren Sie zunächst ein einfaches Loch — das Kernloch — und dessen Größe entscheidet, wie viel Gewinde tatsächlich entsteht. Die Werte hier sind die Standardwerte für ein ~75%-Gewinde, wie sie in jeder Werkstatt verwendet werden: bei metrischen Gewinden ist das der Außendurchmesser minus die Steigung, gerundet auf den nächsten real erhältlichen Bohrer; bei UNC und UNF ist es der veröffentlichte Standardbohrer für jede Größe. Ein 75%-Gewinde ist der ideale Kompromiss — fast so stark wie ein Vollgewinde, aber deutlich leichter zu schneiden, ohne den Gewindebohrer abzubrechen. Alles wird in Ihrem Browser berechnet; es wird nichts irgendwohin gesendet.
Was ist ein „Kernlochbohrer“?
Es ist der Bohrer, mit dem Sie das Loch herstellen, bevor Sie mit einem Gewindebohrer das Gewinde hineinschneiden. Zu klein, und der Gewindebohrer klemmt oder bricht ab; zu groß, und das Gewinde wird flach und schwach. Diese Tabelle liefert die Größe, die beides ausgleicht.
Warum 75%-Gewinde und nicht 100%?
Ein volles 100%-Gewinde ist nur geringfügig stärker, aber deutlich schwerer zu schneiden — es verdreifacht in etwa die Schnittkraft und ist der klassische Weg, einen Gewindebohrer im Loch abzubrechen. Bei 75% behalten Sie in etwa dieselbe praktische Festigkeit bei deutlich geringerem Risiko, weshalb dies der Werkstattstandard ist.
Mein Bohrersatz hat diese genaue Größe nicht — was jetzt?
Verwenden Sie den nächstliegenden Bohrer, den Sie haben. Eine Idee größer ergibt einen etwas niedrigeren Gewindeanteil (leichteres Schneiden, minimal schwächer); eine Idee kleiner ergibt mehr Gewinde, aber einen kräftigeren Schnitt. Für die meisten Arbeiten ist beides rund um die angegebene Größe unbedenklich.
Deckt das auch Durchgangslöcher (Freibohrungen) ab?
Nein — das hier sind Kernlochbohrer, zum Schneiden eines Gewindes. Ein Durchgangsloch, durch das eine Schraube glatt hindurchgeht, wird etwas größer als der Außendurchmesser der Schraube gebohrt (bei metrisch typischerweise 0,5–1 mm mehr) und nicht mit einem Gewinde versehen.
Metrisch oder Zoll — welchen Bohrer kaufe ich tatsächlich?
Was auch immer zu Ihren Gewindebohrern und Ihrem Bestand passt. Die Tabelle zeigt jeden Kernlochbohrer sowohl in Millimetern als auch in Zoll, sodass Sie aus einem metrischen Bohrersatz oder einem zölligen Nummern-/Buchstaben-/Bruchzahlen-Satz wählen können — was auch immer auf Ihrer Werkbank liegt.
Dieser Rechner gibt Ihnen einen Ausgangspunkt — prüfen Sie ihn immer gegen die tatsächlichen Grenzwerte Ihrer Maschine und die Angaben des Werkzeugherstellers. Beginnen Sie mit einem leichten Testschnitt und tasten Sie sich dann schrittweise an den optimalen Punkt heran: ruhiger Lauf, keine Vibration, kein Rattern. Spannen Sie Ihr Werkstück sicher ein und tragen Sie die passende Schutzausrüstung — Schutzbrille, Gehörschutz, für das Material geeignete Handschuhe und Kleidung, die sich nicht in beweglichen Teilen verfangen kann.
Die richtige Bohrung wählen
Die Tabelle nennt den Standardbohrer für etwa 75% Gewindetiefe, und das ist in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die richtige Antwort. Es lohnt zu wissen, wann nicht. In einem weichen Werkstoff wie Aluminium oder Messing können Sie etwas kleiner gehen und bekommen ein volleres, festeres Gewinde, weil der Gewindebohrer leicht schneidet. In zähem Edelstahl oder einer harten Legierung gehen Sie umgekehrt vor: Ein etwas größerer Bohrer nimmt Last vom Gewindebohrer, und ein im fast fertigen Teil abgebrochener Bohrer ist ein weit teurerer Fehler als ein Gewinde mit 65% statt 75%.
Grundlöcher brauchen zusätzliche Tiefe
Ein Gewindebohrer kann kein volles Gewinde bis ganz auf den Grund schneiden: Der Anschnitt an seiner Spitze muss irgendwohin, und die Späne haben keinen Ausweg. Bohren Sie ein Grundloch tiefer als das Gewinde, das Sie brauchen — ein paar Millimeter über den letzten nutzbaren Gang hinaus sind ein vernünftiges Minimum — und räumen Sie die Späne unterwegs aus statt erst am Ende. Muss das Gewinde bis nahe an den Grund laufen, beginnen Sie mit einem Anschnittbohrer und arbeiten mit einem Grundlochbohrer nach.
Die Festigkeit liegt nicht in der Tiefe
Der Reflex ist, so tief wie möglich zu schneiden. In der Praxis ist ein Gewinde, das in Stahl über etwa das Anderthalbfache des Schraubendurchmessers greift, bereits fester als die Schraube selbst: Darüber hinaus bricht die Schraube, bevor das Gewinde ausreißt, zusätzliche Tiefe bringt also nichts. In Aluminium rechnen Sie aus demselben Grund mit rund zwei Durchmessern. Die richtige Bohrergröße und ein gerader Ansatz sind weit mehr wert als Tiefe — ein schief angeschnittenes Gewinde bleibt schwach, so tief es auch geht.
